Gewerbesteuer – Segen oder Fluch?
Wer sich selbstständig machen möchte, der muss dabei jede Menge Dinge beachten. Gerade der Wust der Steuerformulare und der zu entrichtenden Steuern verschreckt dabei viele Gründungswillige. Deshalb sollte man sich hier immer die Hilfe eines Steuerberaters sichern, der gute Beratungsleistungen anbietet. Bei der Gründung selbst ist erst einmal zu klären, ob man sich als Freiberufler selbstständig macht oder ein Gewerbe ausüben möchte.
Der große Unterschied dabei besteht in der Gewerbesteuer. Diese wird fällig, sobald bestimmte Gewinne im Jahr überschritten werden. Viele Existenzgründer versuchen deshalb, dem Finanzamt glaubhaft darzustellen, dass sie unter den Status der Freiberufler fallen, denn als Freiberufler kann man so viel verdienen, wie man will, ohne jemals zur Gewerbesteuer veranlagt zu werden.
Doch ist die Gewerbesteuer wirklich so ein Fluch, wie es vielen Existenzgründern erscheint? Grundsätzlich muss man hier Obacht geben, denn die gezahlte Gewerbesteuer wird auch bei der Einkommenssteuer mit angerechnet. Das heißt, man erhält hierbei teilweise eine enorme Entlastung bei der Einkommenssteuer, die sich durchaus sehen lassen kann. Dabei kann diese Entlastung sogar so hoch sein, dass man trotz der Zahlung von Gewerbesteuer und Einkommenssteuer weniger Steuern zahlt, als ein Freiberufler, der nur die Einkommenssteuer zahlen muss.
Hier sollte man sich also mit dem Rat des Steuerberaters befassen und einmal durchrechnen, welche Variante für einen selbst am besten geeignet ist. Nicht immer ist es wirklich lohnenswert, sich als Freiberufler selbstständig zu machen, zumal das Finanzamt auch nicht jede betriebliche Tätigkeit den Freiberuflern zuordnet. Anerkannte Berufe für Freiberufler sind Hebammen, Sachverständige und Gutachter, aber auch Ärzte, Anwälte und Steuerberater. Mitunter lassen sich hier noch mehr Berufe aufzählen, doch kommt es immer darauf an, in welchem Punkt die hauptsächliche Tätigkeit erfolgt. Da das Steuerrecht hier sehr viele unterschiedliche Deutungen zulässt, sollte man auf den Rat des Steuerberaters nicht verzichten, sondern sich diesen zu Herzen nehmen. Nur so wird man dauerhaft die beste Rechtsform und die beste steuerliche Regelung für sich selbst finden können.


