Verschuldet – Was nun?
An Ihre Finanzen denken Sie schon am Liebsten gar nicht mehr! Das Girokonto ist überzogen, die Mahnungen stapeln sich. Doch durch die Vogelstraußmethode (Kopf in den Sand stecken) wird sich das wohl nicht mehr ändern.
Jetzt ist handeln angesagt und zwar schnell!
Zuallererst muß natürlich eine Bestandsaufnahme her – auch wenns weh tut, daran kommen Sie nicht mehr vorbei.
Also ein großes Blatt Papier her. In der Mitte einen Strich – auf die eine Seite die Ausgaben, auf die andere die Einnahmen.
Hier einige Ausgaben:
- Miete
- Nebenkosten
- Strom
- Lebenshaltungskosten
- Telefon
- Handy
- Versicherungen
- Kreditzinsen
- Tilgung
- Kleidung
- sonstiges
Eventuelle Einnahmen:
- Gehalt
- Kindergeld
- Erziehungsgeld/Elterngeld
- Sozialhilfe
- Wohngeldzuschuß
- sonstiges
Weiter untern – unter die Ausgaben die Schulden und unter die Einnahmen das Guthaben.
Hier müssen Sie nun sehr genau sein! Nichts auslassen – nichts vergessen. Am Besten geht man dazu die Kontoauszüge der letzten Monate durch. Umsoweiter zurück, umso genauer wird die Aufstellung. Denn es gibt auch Ausgaben, die nur einmal jährlich kommen.
Zuerst einmal die Ausgaben und die Einnahmen vergleichen. Bleibt dabei etwas über? Vorallem, haben Sie auch etwas zum Leben mit eingerechnet? Ohne Essen und Trinken lebt es sich so schlecht. Also nicht vergessen!
Sollte hier noch ein paar Cent überigbleiben, schauts ja schon gar nicht so schlecht aus. Doch trotzdem sollte man sich die Liste genau anschauen. Sollte hier schon ein Minus stehen – müssen Sie sich jede Ausgabe einzeln vornehmen. Handy muß z.B. nicht sein! Abmelden – ebenso radikal sollte man mit anderen nicht unbedingt notwendigen Ausgaben sein.
Dazu sollte man sich die Einnahmenliste durchschauen und überlegen, ob man alles ausgenutzt hat. Kindergeld? Mietzuschuß? Sozialhilfe? Alles schon ausgereitzt? Lieber einmal einen Antrag umsonst stellen, als es nicht versucht zu haben. Gerade wenn man verschuldet ist, sollte man alles versuchen.
Nun kann man sich an die Schulden-und-Guthaben-Liste kümmern. Wahrscheinlich ist es auf der Plusseite relativ mau. Doch auch einige hundert Euro helfen manchmal schon.
Man sollte sich jetzt genau überlegen, welche Schulden man tilgen könnte. Nicht ist immer der, der am lautesten schreit auch die beste Wahl. Am Allerersten sollte man das tilgen, was am meisten Zinsen frist. Auch kann man versuchen, mit den Gläubigern zu verhandeln. Keine Angst! Bieten Sie z.B. die Tilgung des Kredits an – soweit machbar – wenn auf den Zins verzichtet wird. Viele Gläubiger gehen darauf ein, hauptsache sie bekommen ihr Geld wieder zurück.
Manchmal ist es auch gut, viele kleine Kredite zu tilgen – und einen großen übrig zu lassen. So hat man nur noch einen Gläubiger, der sich aufregt. Man bekommt nicht täglich Mahnungen.
Auch wenn man hoch verschuldet ist, gibt es immer noch einen Ausweg. Hier hilft z.B. die Schuldnerberatung. Allerdings muß man sich hier auf Wartezeiten einstellen. Jedoch kann man diese Wartezeit ja vernünftig nutzen, indem man schon einmal selbst versucht, die Ausgabenseite zu minimieren.


